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Ulrich Leidig, Ute Eckhardt und Frank Nitschke
Gemeinschaftspraxis für Physiotherapie
Trauerberg 27
14776 Brandenburg

Telefon: (03381) 66 34 07
Fax: (03381) 66 27 68
E-Mail: postfach@physio-trauerberg.de


Öffnungszeiten:
Mo.: 07:30 bis 18:00 Uhr
Di.: 07:30 bis 18:00 Uhr
Mi. - Fr.: 07:30 bis 15:00 Uhr
Do. - Fr.: 07:30 bis 18:00 Uhr
Fr. - Fr.: 07:30 bis 12:00 Uhr
Termine werden nach Vereinbarung gemacht.

News


Zehn Prozent haben Schmerzen nach einer Rücken-OP
Viele Patient*innen entwickeln chronische Schmerzen nach einem Eingriff an der Wirbelsäule

Nach Auswertungen der SBK Siemens-Betriebskrankenkasse leidet fast jede*r Zehnte nach einem chirurgischen Eingriff an der Wirbelsäule unter dem sogenannten Postdiskektomie-Syndrom. Die Diagnose beschreibt chronische und anhaltende Schmerzen nach einer Rücken-OP. Dabei können die Schmerzen die gleichen wie vor dem Eingriff sein oder aber neu und stärker als vorher auftreten.

Das Phänomen ist auch als Postlaminektomie-Syndrom oder Failed Back Surgery Syndrome (FBSS) bekannt: Eine Rücken-OP wie eine Operation an der Bandscheibe hilft Patient*innen nicht, sondern verschlimmert die Beschwerden eventuell sogar. Ein Blick in die Zahlen der SBK zeigt: Von 11.003 Personen mit Rücken-OP in den Jahren 2015 bis 2018 wurde bei 1.062 (9,65 Prozent) das Postdiskektomie-Syndrom diagnostiziert. Bei 5,38 Prozent der Operierten trat das Syndrom bereits im Jahr nach der OP auf. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass die Dunkelziffer noch höher liegt, vermutet Julia Zink von der SBK: „Es könnte sein, dass das Syndrom bei vielen Patient*innen wahrscheinlich gar nicht erst erkannt und lediglich erneut die Diagnose Rückenschmerzen gestellt wird. Dass die Schmerzen auf eine vergangene Operation zurückgehen könnten, wird vermutlich in einigen Fällen gar nicht in Betracht gezogen“.
Rücken-OPs sind nicht immer erste Wahl

Seit Jahren wird kritisiert, dass viele Rücken-OPs unnötig sind. In vielen Fällen gibt es Therapiemöglichkeiten, die deutlich besser zur Heilung beitragen, darunter die konservative Therapie oder eine multimodale Schmerztherapie. Zudem bleibt es meist nicht bei nur einer OP, bei vielen muss der Eingriff wiederholt werden. Betrachtet man die Fallzahlen innerhalb eines Fünf-Jahres-Zeitraums, ergibt sich folgendes Bild: Von 2.556 Versicherten der SBK mit Rücken-OP im Jahr 2014 wurde fast ein Viertel in den kommenden fünf Jahren erneut operiert, teilweise sogar mehrfach. „Alle Patient*innen, die am Rücken operiert werden sollen, sollten sich eine Zweitmeinung einholen. Eventuell erspart man sich somit eine oder mehrere unnötige Operationen, die die Beschwerden im schlimmsten Fall noch vergrößern“, sagt Zink. Die SBK bietet ihren Versicherten eine kostenlose Zweitmeinung durch Rückenspezialisten an.



Kindsein zu Zeiten von Corona
Kindsein zu Zeiten von Corona

Schrittweise öffnen die Schulen wieder, doch von regulärem Schulbetrieb oder einer verlässlichen Betreuung für alle Kinder durch Kindergärten und andere Einrichtungen ist Deutschland noch weit entfernt. Die Lage in vielen Familien bleibt angespannt. „Aufmerksam und achtsam sein“, ist die Botschaft von Wolfgang Scheid, Ergotherapeut im DVE (Deutscher Verband der Ergotherapeuten e.V.). Er ruft in Erinnerung, dass manche Kinder altersbedingt, aufgrund ihrer Persönlichkeit oder aus anderen Gründen nicht in der Lage sind, ihre Gefühle und Bedürfnisse zu artikulieren.

Wie verkraften Kinder die Auswirkungen der Corona-Krise, die Kontaktbeschränkungen und die häusliche Situation, in der es seit Wochen nur das Modell der eigenen Familie, aber keine Erfahrungen mit Gleichaltrigen oder generell Input von außen gibt? Und wie schaffen Eltern und Alleinerziehende das alles? „Das ist erwartungsgemäß ausgesprochen unterschiedlich“, sagt der Ergotherapeut und Experte für Psychologie kindlicher Lern- und Entwicklungsauffälligkeiten Wolfgang Scheid. Er berichtet über seine Erfahrungen aus den zurückliegenden Wochen. Keine Sorgen macht er sich um Eltern oder Elternteile, die gerade jetzt ihren hohen Kompetenzgrad beweisen, sogar genießen, sich intensiver mit dem eigenen Nachwuchs zu befassen. Doch oft genug sieht er kritische Konstellationen, die dazu führen, dass die Eltern und Elternteile, die schon vor der Corona-Krise überfordert waren, jetzt völlig zusammenbrechen. Manche sind mit dem Lockdown regelrecht abgetaucht, waren telefonisch nicht mehr erreichbar und entziehen sich noch immer jeglicher Kontaktaufnahme. Niemand weiß, wie es um die Kinder in diesen Haushalten steht. Was hingegen oft bekannt ist: fehlende erzieherische Fähigkeiten der Eltern oder eine erhöhte Gewaltbereitschaft innerhalb der Familie. Hinzu kommt, dass deren soziales Netz mit dem Lockdown weggebrochen ist. Einrichtungen wie Schulen oder Kindergärten, die diese Familien sonst mittragen, sind geschlossen. Auch Hausbesuche von Mitarbeitern der Jugendämter sind nur eingeschränkt möglich.

Eltern haben Stress, der sich kaum aushalten lässt Die Brisanz der Lage, auch in vielen sonst stabilen Familien, lässt sich nur erahnen. So spricht etwa der Bundesgesundheitsminister im Kontext der Verlängerung der Lohnfortzahlung davon, dass „viele Eltern unsere besondere Unterstützung brauchen“. Dazu gehört aus Sicht des Ergotherapeuten Wolfgang Scheid auch der große Bedarf an ergotherapeutischen Leistungen: „Es gibt Eltern, die fragen, ob wir mit ihrem Kind bitte an mehreren Tagen in der Woche arbeiten können“. Das ist so bislang nicht möglich, die Bitte aber verständlich. Diese Familien konnten den Alltag mit ihrem Kind schon vor der Corona-Krise nur mithilfe der professionellen Unterstützung ihres Ergotherapeuten gut bewältigen. Denn die Auswirkungen von Lernstörungen, geistigen oder motorischen Entwicklungsverzögerungen oder Behinderungen und Beeinträchtigungen wie beispielsweise Autismus-Spektrum-Störungen oder ADS/ ADHS auf den Alltag einer Familie sind enorm. Nun kommen weitere Belastungen on top, weil die Eltern ihre eigenen Sorgen haben und beispielsweise mit dem Homeschooling überfordert sind. Oder die Mehrfachbelastungen von Homeoffice, Kinderbetreuung, Haushalt & Co. nicht aushalten. „Die Aufgabe von Ergotherapeuten umfasst außer dem Arbeiten mit dem Kind immer die Elternberatung; das nimmt derzeit einen wichtigen Stellenwert ein“, kommentiert der Ergotherapeut die aktuellen Anforderungen und Aussagen von Eltern wie ‚ich schaffe das nicht mehr‘. Er schätzt, dass es unzählige Eltern gibt, die, obwohl sie ein eigentlich gesundes Kind haben, dringend Rat und Hilfe benötigen, um einen besseren Umgang mit der Situation und dem Verhalten des eigenen Kindes in dieser besonders herausfordernden Zeit zu erlernen.

Angst – ein Thema bei Groß und Klein Der Ergotherapeut bestärkt alle Eltern und Elternteile, besonders achtsam zu sein und das eigene Kind sehr genau zu beobachten, mit ihm zu sprechen und jede ihm zustehende Unterstützung anzufordern, um die familiäre Situation zu entlasten. Der Kinderarzt ist ein geeigneter Ansprechpartner, der am besten beurteilen kann, ob eine ergotherapeutische Intervention zielführend und eine Verordnung in die Ergotherapie hilfreich ist – auch bei Themen, die sonst selten sind. Wolfgang Scheid sieht in seiner Praxis zusätzlich zu dem üblichen Spektrum von therapiebedürftigen Kindern jetzt beispielsweise mehr Kinder mit Angstsymptomen. Er sagt: „Das sind nicht nur Kinder von Eltern, die selbst an einer Angststörung erkrankt sind und ihrem Kind vorleben, dass ‚vor die Tür gehen‘ gefährlich ist, sondern auch solche Kinder, die unspezifische Angstsymptome zeigen, sich von den Eltern nicht dazu bewegen lassen, das Haus zu verlassen und daher auch nicht zum Schulunterricht erscheinen“. Ergotherapeuten wie Wolfgang Scheid schärfen bei Kindern, die eine Episode der Angst durchleben, zunächst deren eigene Wahrnehmung vor allem bei der Selbstüberwachung. Gemeinsam mit dem Kind finden sie heraus, wie groß die Angst ist und wann sie kommt. Ergotherapeuten versetzen ihre kleinen Klienten in die Lage, ihre Selbstwahrnehmung zu verbessern, das körperliche und psychische Befinden zu ergründen, die Gefühle und Gedanken auszudrücken und Lösungsmechanismen zu finden, um handlungsfähig zu bleiben. So lernt das Kind Schritt für Schritt mit seiner Angst umzugehen.

Ergotherapeuten befähigen Kinder und Eltern Kinder dazu bringen, etwas zu tun – das ist ein ganz großes Thema für Eltern, die unter einem besonders hohen Druck stehen: ihr Alltag muss funktionieren, damit sie ihre Arbeitsleistung erbringen können. Dass jetzt die Möglichkeit besteht, die Ergotherapie-Stunde auch per Videotherapie durchzuführen, erleichtert das Ganze. Es kostet keine zusätzliche Zeit, ein Kind in die Praxis zu bringen. Der Ergotherapeut arbeitet mit dem Kind, während die Eltern ihren beruflichen Belangen nachgehen. Rechtzeitig vor dem Ende der telemedizinischen Therapieeinheit kommen die Eltern dazu, um sich mit dem Ergotherapeuten über den Entwicklungsstand des Kindes auszutauschen, ihre Fragen zu stellen und selbst Hilfestellung, Tipps und Anleitungen für den Rest der Woche zu erhalten. Parallel dazu finden auch in den Praxen Therapieeinheiten statt, ebenso wie Hilfsmittelberatungen. Für ihren ‚neuen‘ Alltag und die Schule müssen die Kinder – auch die mit motorischen Einschränkungen oder Defiziten – selbstständig mit einem für sie passenden Mundschutz und Hygienemaßnahmen zurechtkommen.

Herzenswunsch des Ergotherapeuten Abschließend wünscht sich Wolfgang Scheid, dass es ihm, seinen Berufskolleginnen und -kollegen und möglichst vielen anderen Menschen gelingt, die Familien in sozialer Not zu erreichen. „Proaktiv auf andere zugehen, das kann jeder“, findet er „Kontakt zu den am Rand der Gesellschaft lebenden Familien und insbesondere Alleinerziehenden aufnehmen und sie unterstützen“. Wichtig ist: eine Brücke zu den Menschen in Not schlagen. Der Zutritt in den Privatbereich kann Ergotherapeuten seiner Meinung nach mithilfe der Videotherapie sogar eher gelingen – ein weiterer Grund, diese in Deutschland beizubehalten, so wie das auch in Ländern wie Australien und Kanada gang und gäbe ist.



Eines ändert auch Corona nicht: Therapeuten werden viel zu wenig wahrgenommen
Eines ändert auch Corona nicht: Therapeuten werden viel zu wenig wahrgenommen

Nicht nur Ärzte und Pflegekräfte beweisen sich während der Coronakrise unter erschwerten Bedingungen tagtäglich als unersetzliche Stützen der Gesellschaft, sondern auch die rund 450.000 in Deutschland tätigen Physio- und Ergotherapeuten, Logopäden und Podologen. Ohne sie wären viele ältere Menschen und Menschen mit Behinderung in der aktuellen Situation praktisch hilflos. Insbesondere Physiotherapeuten sind außerdem in der Rehabilitation nach schweren Lungenerkrankungen äußerst wichtig für die Rückkehr von Patienten in ihren gewohnten Alltag. Trotzdem finden die Heilmittelerbringer in der öffentlichen Wahrnehmung kaum Beachtung.

Sie haben dabei ein zusätzliches Problem: Circa 80 Prozent von ihnen arbeiten in privaten ambulanten Praxen – von denen viele nun in der Existenz bedroht sind. Die Sozialwissenschaftlerin Prof. Dr. Sabine Hammer von der Hochschule Fresenius in Idstein wünscht sich, dass Politik und Gesellschaft auch diese Gruppen wertschätzen.

„Die Coronakrise bringt eine Vielzahl zusätzlicher behandlungsbedürftiger Patienten hervor. Nach einer schweren Lungenerkrankung müssen Physiotherapeuten die Atmung, die Atmungsmuskulatur sowie die Beweglichkeit umliegender Strukturen intensiv therapeutisch versorgen, um Folgeschäden zu vermeiden oder zu minimieren“, berichtet Prof. Dr. Sabine Hammer. Auch die körperliche Leistungsfähigkeit muss unter fachlicher Anleitung langsam wieder aufgebaut werden, damit Betroffene wieder berufs- oder schulfähig sind.

Logopäden versorgen unter anderem Patienten mit Schluckbeschwerden und verhindern, dass Speisereste in die Luftröhre gelangen. Das kann zu Lungenentzündungen führen, die schon in normalen Zeiten allzu oft tödlich enden. Ergotherapeuten leisten wichtige Hilfestellungen bei Menschen, die stark in der Bewegung eingeschränkt sind – etwa bei Grundbedürfnissen wie Nahrungsaufnahme und Körperpflege. „Und wenn Podologen keine fachliche Fußpflege mehr bei schweren Diabetikern durchführen können, sind in vielen Fällen Amputationen die Folge“, so Hammer weiter. „Nicht zu unterschätzen ist die psychologische Unterstützung – in Alten- und Pflegeheimen sind Therapeuten momentan häufig die einzigen Menschen, die sich länger mit den Bewohnern beschäftigen.“

Der Fachkräftemangel war in den bezeichneten Berufen schon vor Corona eklatant. Diese Situation könnte sich in den nächsten Wochen und Monaten noch einmal drastisch verschlimmern. „Aufgrund der geringen Vergütung von Heilmitteln kann kaum eine Praxis Rücklagen bilden und viele angestellte Therapeuten sind ohnehin am Existenzminimum. Im Mittel verdienen sie rund 1.000 Euro weniger brutto im Monat als Pflegekräfte, obwohl sie eine anspruchsvolle Ausbildung durchlaufen oder sogar studiert haben.“ Gegenüber Fachkräften mit vergleichbarer Ausbildung sind es sogar 2.000 Euro brutto weniger im Monat. „Hier ist also dringend Unterstützung gefragt – zum Erhalt der Berufsgruppen, aber auch im Sinne des Patientenwohls und dem Aufrechterhalten des hohen Niveaus der deutschen Gesundheitsversorgung.“